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Veloroute…

Ich denk früh aufstehn bewährt sich wenn’s so heiss ist, ausserdem find ich den Morgen eine schöne Zeit, alles ist frisch, die Luft kühl und die Vögel finden offenbar das selbe, sofern ich das richtig verstehe.

Also, um halb sechs aufgestanden… mein Zelt, obwohl noch ein wenig feucht zusammengepackt, einen Getreidestengel (hab ich mir in Besançon für Notfälle gekauft) gegessen und aus dem noch schlafenden Camping gefahren… eben das Licht, so schön wie am Abend…. weiter dem Canal du Rhône au Rhin folgend… da kann mann sich kaum verfahren und es ist gut ausgeschildert. Frankreich ist ein super Veloland! Sie fahren selber auch viel.

Aus den Städten raus (wie rein) ist nicht immer schön und doch gehört es auch dazu… kurz den Kanal wegen einer Fabrik verlassen und auf eine Strasse, da werden die Autofahrer gross und deutlich auf uns Velofahrer hingewiesen!… Dann vor St.-Jean-de-Losne (diese Ortsnamen zu behalten ist für mich eine Kunst) fliesst der Kanal dann in die Sâone (oder wie wird das wohl genannt bei einem Kanal?)… wow, das ist was anderes als diese Kanäle und auch der Doubs… fast majestätisch fliesst der Fluss durch die Felder… Frankreich ist definitv ein Flussland. Der Weg führt wunderschön dem Fluss entlang… rolle kurz langsam durch dieses St.-Jean, macht einen etwas heruntergekommenen Eindruck, jeder zweite Laden steht zum Verkauf… überhaupt sieht mann überall dieses “A VENDRE”. Kaufe mir ein richtiges Croissant und ein Pain au Chocolat und trink vor der Bar einen Grand Café au Lait ;-)…. feiiiin… so lässt sich’s leben… und das Wetter einfach traunhaft!! 

Dann weiter wieder der Sâone entlang.. dann verlass ich die Sâone und verlier mich bei Pagny-la-Ville (na ja Ville ist masslos übertrieben) aber eine Kirche hat’s immerhin… bin richtig verloren ohne Kanal oder Fluss, dabei hab ich doch eine Karte und ein Büchlein, aber bis jetzt konnt ich immer den Schildern folgen… aber hab’s dann doch geschafft durch die Felder… und schliesslich den Fluss wieder getroffen… hat doch was beruhigendes. Langsam wird’s heiss… komme schliesslich nach Seurre wo ich eine Pause machen will… vielleicht was essen… mann macht sich ja immer so seinen Plan, wann mann wo ungefähr sein wird ;-)… und wirklich gibt’s ein warmes feines Sandwich, dass ich am Flussufer esse… hier seh ich zum ersten Mal ein richtiges Lastschiff, bisher waren nur Privatboote unterwegs.

Weiter geht’s, kurz nach Seurre verlass ich die Sâone. Den Flüssen entlang gibt’s offenbar nicht immer Wege. Beweg mich jetzt zwischen Doubs und Sâone durch die Felder… hier muss ich sogar eine leichte Steigung bewältigen und jetzt brennt die Sonne wirklich heiss, liegt ein flimmern über den Weizenfeldern. Inzwischen ist’s eins… natürlich könnt ich eine Pause einlegen und später weiterfahren aber irgendwie möcht ich mein “Soll” lieber erledigen und duschen und vielleicht ein Nachmittagsschläfchen halten… jetzt sind’s nur noch 10 Kilometer… eine halbe Stunde…

Schliesslich komm ich verschwitzt nach Verdun-sur-le-Doubs, wo der Doubs in die Sâone fliesst… früher als das mit den Schiffen noch so richtig in Gang war, war das offenbar ein wichtiger Ort, der Zusammenfluss der zwei Wasserwege… wichtiger als das nicht weit entfernte Châlon-sur-Sâone, dass heute viiiiel grösser ist (70’000 Einwohner!)… Verdun aber ein richtig verschlafenes französisches Dörfchen…

In meinem Büchlein hat es ein Chambre d’Hôte in Verdun, direkt am Doubs, nur auf Anfrage stand dazu, also hatte ich am Tag vorher angefragt. Der Monsieur der das Telefon abnahm schien etwas verwirrt, das mache eigentlich seine épouse… aber irgendwie hatte er dann doch zugesagt und mir seine Handynummer gegeben, falls er nicht da sei soll ich ihn anrufen, er käme dann schon…. also ruf ich mal an, er ist zu Hause und empfängt mich… bewundert mein Velo mit Riemen, sowas hat er noch nicht gesehen… selber hat er auch ein wirklich schönes gutes Velo und fährt auch… kennt all die Wege den Flüssen und Kanälen entlang…. das Zimmer ist wunderschön, fast eine ganze Wohnung mit Salon und tatsächlich direkt am Doubs… richtig französisch mit viel Liebe zum Detail eingerichtet… nicht mein Stiel… aber für jemanden drucken wir ja schliesslich die Stoffe, wovon ich mir jetzt meine langen Ferien leisten kann…

Das Frühstück mache man sich selber, sei schwierig wegen der Zeit… er zeigt mir alles… ein wenig unbeholfen… ob ich was anderes brauche, es hat da so Biscuits, na ja denk ich, aber was solls… sonst macht das halt alles seine épouse und die ist jetzt halt nunmal nicht da… aber immerhin konnte er doch ein Zimmer vermieten ;-)…

Duschen und ein Nickerchen… so schön, ist doch schön so ein Zimmer und ein Bett ;-)

Danach ein Bier am Doubs… und Nachtessen im einzigen Restaurant am Platz… als Spezialität “la pôchouse, quatre poisson dans le vin” von der ich gelesen hatte… also nahm ich das Menu, wie’s sich gehört in Frankreich und bei dem ich immer zuviel esse, weshalb ich dem immer auszuweichen versuche… jetzt aber trotzdem… die pôchouse, hmmm also das war Aal, Karpfen, Hecht und noch einer “brasse” oder so… in einer mit viiiiiel Knoblauch gemachten zähflüssigen Sauce.. na ja… immerhin hab ich’s probiert und natürlich zu viel gegessen, mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert, und das war die kleinste Ausführung eines Menüs…

Ein Kaffee in der Bar und schnell geschaut wann die Boulangerie geöffnet hat, ab 6… da hol ich mir doch selber ein Croissant ;-)… und ab ins Bett… schliesslich möcht ich wieder früh aufbrechen… Monsieur war geschockt als ich sagte so um sieben halb acht soll er mir die Garage öffnen, er geht noch weg heut abend… aber so ist das halt mit Gästen… soll in 10 Minuten bevor ich losfahren möchte anrufen ;-)…

Fotomanie…

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Kalimera jorgos so schön von deinen vor allem kulinarischen abenteuern zu lesen! Hier auf den kleinen kykladen brennt uns jeden tag die sonne auf den pelz und wir sind froh müssen wir nicht radeln😜 aber wir sind viel zu fuss unterwegs und kämpfen uns durchs gestrüpp… Die wege hier sind vor allem für ziegen gemacht menschen trifft man selten… Ach ja noch zum essen😉 die ägäisr ist reich an fischen aller art und souvlaki gibt es auch an allen ecken. Hier in katapola auf amorgos kennen wir schon das halbe dorf und eigentlich wollen wir gar nicht mehr weg😎 freue mich auf weitere abenteuer aus dem schönen frankreich👍 vaya con dios

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