Überspringen zu Hauptinhalt
Menü
2. August 2015

2. August 2015

Ein wunderschöner Sonntagmorgen – obwohl nur etwa 40 km vor mir liegen möchte ich heute verhältnismässig früh losfahren, da es über 30 Grad heiss werden soll. In der Schweiz ist mannfrau sich ja nach hörensagen inzwischen an diese Temperaturen gewöhnt, aber ich hatte in den vergangenen drei Wochen selten Temperaturen über 30 Grad… der Atlantik kühlt und es geht oft ein leichter Wind oder der Himmel ist leicht bewölkt und spendet Schatten..

Simon schleicht schon, offensichtlich leicht übernächtigt, durch’s Hotel und empfängt mich zum Frühstück, dass er mir liebevolle zubereitet und dazu pausenlos plappert… sie seien noch an einer Party gewesen gestern und erst heute morgen um sechs nach Hause gekommen… ohje, lieber er als ich 😉…

Nach dem Petit Déjeuner steht mein Velo schon bereit… das ist Service 😉… klicke also die Satteltaschen an den Gepäckträger und verabschiede mich von Simon. Bevor ich losfahre noch eine viertelstündige Diskussion mit einem Velomech/händler aus den Les Alpes (den Savoyer-Alpen) über Velos, Riemen, Gewicht ect….

Dann geht’s los… ich hätte die nächsten 120km auch in zwei Etappen machen können, aber ich habe mit Jean-Louis erst am Dienstag in Dax abgemacht… so werden eben 3 angenehm kurze Etappen daraus. Das Hotel heute in Mont-de Marsan und das Chambre d’hote in Mugron habe ich mir gestern Nachmittag organisier.

Zuerst geht’s über die Strasse nach Labastide-d’Armagnac – die Strasse, eine gelbe!!, aber am Sonntag Morgen hat es erst wenig Verkehr. Hier in dieser Gebend wir also der Armagnac gebrannt, immer wieder Hinweisschilder an der Strasse auf Kaufmöglichkeiten direkt ab Produzent… das Licht heute morgen wunderschön, ein richtiger Sommermorgen, die Temperatur schon recht warm…

In Labastide ist Flohmarkt… die Franzosen machen gerne Flohmärkte, sowohl als Ver- als auch als Käufer… Labstide ist ein schönes altes Dörflein… streife ein wenig durch die Gassen und schaue dem Treiben auf dem Hauptplatz eine Weile zu… habe ja Zeit…

Dann geht’s weiter… auf einer Touristenübersichtskarte habe ich gesehen, dass es von Labastide bis Mont-de Marsan eine sogenannte Voie Verte gibt, also ein grüner Weg… mal sehen… ich finde den Einstieg bald am Ortsausgang von Labastide, tipp topp beschildert. Ist wirklich grün, dieser Weg, nicht asphaltiert… auweia, denke ich zuerst, aber es lässt sich recht gut an, holpert ein bisschen aber geht gerade noch gut mit meinem Tourenvelo, einfach nicht sehr schnell, im Schnitt zwischen 10 und 15 km/h… aber soweit muss ich ja nicht und habe Zeit. Dafür ist er wunderschön, führt durch Wald, Wiesen und Felder, schön schattig…

Nach etwa 2 Stunden komme ich nach Villeneuve-de-Marsan… am Ortseingang der Hinweis, dass das Dorf zwei Partnerdörfer hat, Lutter und Sondersdorf im Elsass und!! Pougyango in Burkina-Faso, wie kommen die hier wohl zu Burkina-Faso? Im Dorf ein kleines Fest mit Kinderumzug im Gange… rolle langsam durch’s Dorf und schau mir das Ganze kurz an….

Danach fahr ich aber gleich weiter… wow, ab Villeneuve ist die Voie Verte sogar asphaltiert, jetzt rollt’s schnell!… auch diese Voie Verte führt über ein altes Eisenbahntrassée… finde ich eine gute Lösung für solche alten Eisenbahnstrecken, Schienen weg und Wander/Velo/Reitweg daraus machen! Entlang diesem Weg hier haben sie alle paar 100 Meter Informationstafeln aufgestellt. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen, 14 Jahre alt, der mit eben dieser Eisenbahn von Labastide nach Mont-de-Marsan in eine höhere Schule fährt, ein Internat an einer Klosterschule. Er beobachtet die Menschen, die Ein-und Aussteigen. Anhand kurzen Gesprächsfetzen wird ein wenig erzählt wie die Menschen 1920 hier gelebt haben, ihre Sorgen und Probleme, was es für Arbeit und Industrien gab.. ect ect…. bei einigen halte ich an und lese…

Gegen 14:00 Uhr bin ich in Mont-de-Marsan, inzwischen wirklich heiss, sehr heiss!… Irgendwie habe ich mir auf Grund der Karte ein Bild gemacht von diesem Städtchen, Kreuzungspunkt von 4 grossen roten Strassen, eine rote Ringstrasse drumherum… na ja, es sah irgendwie nicht sehr einladend aus, lag aber so in etwa in einer Vernünftigen Entfernung von St-Justin und habe hier ein Hotel gefunden. Manchmal täuscht mich das auch, diese Vorstellung auf Grund der Karte, hier bestätigt sich das Vorurteil aber. Langsam rolle ich durch das Städtchen, das Hotel schnell gefunden, rolle aber weiter, einfach einmal quer durch… klar, es ist Sonntag Nachmittag, die Läden, von denen es doch viele gibt, alle geschlossen… und über 35 Grad heiss, schon logisch ist keiner auf der Strasse, sähe vermutlich anders aus, bei schönem Wetter an einem Wochenabend… trotzdem, es scheint nicht viel zu bieten, dieses Mont-de-Marsan, einfach ein mittelgrosses Städtchen, das für die Leute in der Gegend sicherlich als Einkaufs- und Verwaltungszentrum dient… in einer Bar-Tabac trinke ich mein Coca… bevor ich dann zum Hotel fahre und eine kleine Siesta mache.

Wie erwartet auch am Abend tote Hose hier, es gibt offenbar keine Touristen, mann findet kaum etwas zum Abendessen… schliesslich finde ich an einem Platz, der allerdings fast menschenleer ist eine kleines Restaurant in dem mannfrau Muscheln essen kann, worauf ich allerdings gar keine Lust habe hier – ausserdem ist Saladerie angeschrieben. Ist 19:00 Uhr, und noch bin ich alleine, die ältere Dame scheint ungeübt zu sein mit Bedienen… anhand der Gesprächsfetzen, die ich mitbekomme, reime ich mir zusammen, dass sie ihrem Sohn aushilft. Anfangs geht alles gut… aber wie das so ist nach 19:00 Uhr füllen sich die etwa 6 Tische bald mit Gästen, vielleicht etwa 20 und die gute Dame ist schnell wirklich hoffnungslos überfordert… es will gelernt sein, das Bedienen… alles im Kopf behalten und richtig koordinieren, da sieht mann, das das gar nicht so einfach ist wie es scheint… der Salade Ceasar ist… na ja, so la la, eher la lau… aber jetzt habe ich drei Abende hintereinander wirklich SEHR gut gegessen, kann ja nicht immer so sein…

Ich gebe meinen Platz bald frei, da nur wenige Restaurants offen haben, stehen die Leute fast Schlange… warte an der Kasse fast 15 Minuten bis die Dame dazukommt mir meine Rechnung zu machen… Kaffee und noch ein Glas Rosé nehme ich auf der anderen Seite des Platzes in einer Bar…

Fotos…

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen
×Suche schließen
Suche