Überspringen zu Hauptinhalt

1. August 2013

Wir stehen um sechs auf und fahren gegen sieben Uhr ab… ohne Frühstück… Sibylle liebt den Morgen auch und so geniessen wir zusammen die morgendliche Frische, das Pfeifen der Vögel und das wunderbare Licht. Ziel ist heue Saumur, ca. 45 km … nicht weit, werden wohl kurz nach dem Mittag dort sein.

Ein Blick zurück, das Schloss Rigny-Ussé in der Morgensonne, ein richtiges Märchenschloss. Den Kilometer zur Loire heben wir schnell zurückgelegt… dann rechts die Loire und links die Felder, Mais, Sonnenblumen, Getreide oder einfach Weiden. Vis-á-vis von La Chapelle-sur-Loire halten wir und fahren runter zur Loire auf eine dieser vielen vielen grossen Sandbänke. Fast wie am Meer, nur Mitten in der Landschaft… sogar Muscheln finden wir….

Der Weg verlässt die Loire und führt uns über den Zufluss L’Indre Richtung Avoire. Auf einem Brückengeländer trocknen dutzende von diesen bereits bekannten blauen Libellen ihre vom Morgentau feuchten Flügel in der wärmenden Morgensonne.

In Avoine finden wir Bar und Boulangerie direkt nebeneinander am Dorfplatz vor der Kirche… und wir… na was wohl???… womit Sibylle auch in dieses Ritual eingeführt wäre….

Weiter durch Savigny-en-Véron an die La Vienne… noch ein Zufluss der Loire… wunderbar schattig an schönen Gärten vorbei führt uns der Weg entlang der La Vienne zurück zur Loire nach Candes-St-Martin… eine alte imposante Basilika, ein schönes Kaffe auf dem Platz davor und gewisse Bedürfnisse bewegen uns nochmals zu einem Café… Coci…

Jetzt sind es nur noch 15 km nach Saumur… zwischen Montsoreau und Turquant führt der Weg an Tuffsteinfelsen vorbei… hier sind ganze Häuser in den weichen Felsen gehauen worden, maisons troglodytes genannt. Heute sind sogar einige wieder bewohnt, Künstler haben sich Ateliers 
darin eingerichtet, die meisten werden aber als Weinkeller benutzt. Es gibt einen Schaumwein aus Saumur, den sie hier keltern, nach dem selben Verfahren wie Champagner, dürfen ihn wegen dem Markenschutz aber nicht so nennen… deshalb heisst er Crémant Saumur.

Die letzten paar Kilometer führen nochmals durch Reben, erhöht über dem Loiretal und für hiesige Verhältnisse geht es gewaltig rauf und runter, 50 Meter sind hier schon stattliche Höhenmeter ;-)… und bei der Hitze doch anstrengend… es ist heute nochmal so richtig heiss, über 30 Grad.

So kommen wir also am Schloss vorbei von oben nach Saumur, ein kleines schnell überblickbares Städtchen. Dank dem Reiseführer, in dem ein Stadtplan von Saumur abgedruckt ist, finden wir das empfohlene Hotel rasch. Ein zweisterne Hotel, mit denen fährt mannfrau eigentlich recht gut hier in Frankreich… die Zimmer sind tipptopp und der Preis zwischen 45 und 65 Euros für das Doppelzimmer ist fair finde ich… wenn mannfrau ihn dann noch teilen kann entspricht es fast dem Preis für eine Jugendherberge in der Schweiz. Allerdings ist das Frühstück immer extra, kostet zwischen 6 und 10 Euros pro Person, und mannfrau wird beim einchecken immer gefragt ob ein Petit Déjeuner gewünscht ist. Finde das gut… ich, wir sind ja oft früh aufgebrochen und haben das Frühstück weggelassen und dann unterwegs ein Croissant und ein Pain au Chocolat mit einem Café au Lait genommen, kostet ungefähr 4.50 Euros. Das Petit Déjeuner in den Hotels besteht immer aus einem Croissant und Baguettstücken, dazu gibt es Gonfitüre, Tee oder Kaffee sowie Orangensaft… je nach dem hat es noch Joghurts, Früchte, Flöckli (meist nur Cornflakes), ganz selten mal noch Schinken oder Käse, allerdings nur Streichkäse, seltsam in einem Land des Käses, den essen die Franzosen dafür zum Dessert. Natürlich wird das in einem 4- oder 5-Sternehotel anders sein… nehme ich wenigstens mal an.

Zimmerbezug und duschen, das tut immer unheimlich wohl! Dann rollen wir mit Badetuch und -Hose ausgerüstet ins Zentrum und setzen uns in eine Brasserie, schön gelegen unter Bäumen auf einem Platz. Da es erst und doch auch schon halb zwei ist entscheiden wir uns mal für ein kleines Mittagessen… der Vorteil oder Nachteil wenn mannfrau früh aufsteht und schon lange unterwegs ist. Ich nehme eine Tartine au Chèvre, eine grosse Schnitte dunkles Brot mit einer Scheibe Schinken und dann mit Schafskäse überbacken mit ein wenig Salat.

Bei der Einfahrt hatten wir von Oben auf der Insel in der Loire ein Piscin entdeckt und gemäss Karte sollte auch eines dort sein… diese Loireinseln, oft recht gross und bebaut, sind ja keine echten Inseln, sondern Land umflossen von zwei Loirearmen… auf alle Fälle rollen wir voller Vorfreude auf ein kühlendes Bad über die Brücke und finden schliesslich das Piscin – geschlossen und langsam vor sich hin zerfallend :-(… wiedermal eine Stadt wie so viele, die dafür kein Geld mehr aufbringen mag und die Nachfrage offenbar zu gering ist.

Erhofften Ersatz finden wir auf dem Campingplatz, aber da kann mannfrau unmöglich rein, das Becken, ein grösseres Planschbecken voller kreischender Kinder und vermutlich auch voller Bakterien, also nehmen wir nur ein eiskaltes Wasser, suchen und finden an der Loire ein kühles, schattiges Plätzchen wo wir unsere wohlverdiente Nachmittagsruhe geniessen.

Nach einer langen Ruhepause ist schon Zeit für Apéro, schliesslich muss dieser berühmte Crémant Saumur mal probiert werden…  seit Sibylle hier ist meist begleitet von einem Spiel…

Nach einer rollenden Stadtrundfahrt gibts doch noch etwas kleines zu Essen bevor es schon bald ins Bett geht…

Das war also der 1. August in Frankreich, wie schon vom 14. Juillet hab ich auch davon nicht viel bemerkt ;-)…

et comme toujours… les photos

Dieser Beitrag hat 0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

An den Anfang scrollen
Suche