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Uster – Morges / Tage 1 Bis 4

Uster – Morges / Tage 1 bis 4

30. Mai bis 2. Juni 2019

Vorbemerkung:
Seit Samstag, 1. Juni bin ich Arbeitslos. Meine Stelle Mitte Februar gekündigt weil ich es nicht mehr ausgehalten hatte. Bis August 2018 waren wir zwei mal 80% im Verkauf inklusive Gravur. Danach war ich alleine… also entweder wir hatten vorher eine “verdammt ruhige Kugel geschoben“ oder mein Gefühl, dass ich mit der Arbeit nicht nachkam täuschte mich nicht. Es war mir Zuviel geworden, konnte meinen Zusagen an Kunden nicht mehr nachkommen. Das entspricht nicht meinem Pflichtbewusstsein und hat mir schlaflose Nächte bereitet. Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Dazu die ständige Unsicherheit ob es überhaupt weitergeht und der ständige Kampf ums Geld. So habe ich schweren Herzens aufgegeben obwohl ich die Arbeit wirklich liebe aber der Leidensdruck war schlussendlich zu gross.
Und nun ist es also soweit. Ich nehme mir die Freiheit einer kurzen Auszeit von längstens etwa 10 Wochen. Ein Luxus, sicher, aber auch ein Bedürfnis… nach Abstand von meiner Arbeit. Ich hoffe den Kopf mit der Zeit ein Wenig frei zu bekommen für Neues, was auch immer das sein wird. Natürlich ist mir bewusst, dass ich mich mitnehme (80kg auf dem Velo ist schliesslich keine Leichtigkeit 😉) aber das stetige Pedalen hat auch etwas Meditatives und ich hoffe dadurch den nötigen Abstand zu bekommen um danach hoffentlich Neues zu finden.

Tag 1: Uster – Aarau (75km)
Auffahrt – Feiertag. Beladen die Räder… ich habe mit Zelt, Schlafsack und Luftmatratze 20kg… schwer, aber habe hin und her überlegt… brauche das schon… sicherlich ein T-Shirt weniger täte es auch, aber das macht’s ja dann auch nicht aus. Vielleicht mache ich dann ein Päckchen wenn’s ins Zentralmassiv geht, wer weiss. Fahren gewohnte Wege, dem Greifensee entlang, Dübendorf, Ziegelhütte (kein Kaffee), streifen Schwammendingen gerade mal so eben und fahren durch Oerlikon am Katzensee vorbei nach Regensdorf. Das Wetter ist wunderschön und soll die kommenden Tage auch so bleiben respektive noch sommerlicher werden. Durch’s Furttal, eine Weile dem Furtbach entlang über Wettingen nach Baden. Wir kennen den Weg und diskutieren wie weiter. Von Baden weiter mit dem Velo ist erfahrungsgemäss nicht besonders schön. Entscheiden uns aber dann doch für die auf der Karte kürzere Variante via Lenzburg. Ein Fehler! Das ist einfach Aargau pur – sorry, aber der Weg führt durch Fislisbach über die Reuss nach Wohlenschwil, Mägenwil und Othmarsingen nach Lenzburg. Veloweg No. 34 „Alter Bernerweg“ entlang einer Kantonsstrasse… schrecklich, es ist heiss und ein Auto nach dem anderen rauscht vorbei, mannfrau kennt ja meine Antipahtie gegenüber Autos – aber ehrlich, die machen einfach einen grausamen schrecklichen Lärm und stinken trotz aller Filter. Vor Lenzburg fahren wir an der SBB-Hauptstrecke Zürich-Olten vorbei und in der kurzen Zeit fährt ein Intercity-Neigezug und ein alter Doppelstöcker vorbei, die machen halb soviel Lärm und sind innerhalb einer Minute vorbeigerauscht, danach wieder Ruhe und die Vögel pfeiffen. A So fahren wir in Lenzburg dann doch noch an die Aare runter, was wir besser schon nach Baden (über Brugg) gemacht hätten. Welch ein Vergnügen und trotz regem Freizeitverkehr von anderen Velofahrern, Spaziergängern mit Kindern und Wagen, Joggern ist es friedlich und wunderschön. Bald sind wir in Aarau, wo ich in im „Gästehaus Aarau“ ein Zimmer reserviert habe. Abendessen direkt an der Aare… feiner Salat mit super Sauce – lecker….


Tag 2: Aarau – Solothurn (61km)
Am nächsten Morgen dann weiter der Aare entlang… vorbei an Gösgen… das AKW, immer noch: wenn mannfrau nicht wüsste was es ist, könnten sie sich fragen welche Götter da wohl angebetet werden oder ob wir per Rauchzeichen mit den Göttern in Kontakt sind…  nach Olten. Olten liegt an der Aare, aber offenbar spielt sich das Leben definitiv nicht an der Aare ab… wir fanden jedenfalls innerhalb der Stadt kein Plätzchen wo wir unser Frühstück an der Aare einnehmen konnten. Weiter, nicht immer, aber meistens der Aare entlang… durch Wolfwil, wo es bei der Kirche einen Kraftort gibt und mehrere Bordelle, keinerlei Zusammenhang… aber es gab mal einen Skandal um Wolfwil… dann Aarwangen und Wangen a.d.A…. kurz vor Solothurn in Luterbach an der Aare eine alte Kläranlage, umgenutzt… begehbar… spannend… daneben ein schönes neues Restaurant „Kantine 1881“…. ganz neu an der Auffahrt eröffnet… ein Ausflug wert… dann sind wir schon in Zuchwil, wo wir im Martinshof ein Zimmer haben… in Solothurn wegen der Solothurner Literaturtage war nichts mehr frei… feines Abendessen bei einer Freundin von Sibylle…

Tag 3: Solothurn – Faoug (67km)
Am Samstag fahren wir wie meist ohne Frühstück los… weiter immer dr Aare nah… bis Büren a.d.A., nach Aarwangen und Wangen a.d.A. ein weiteres schönes altes kleines Dorfstädtchen… Bilderbuchstädtchen… Zeit für’s Frühstück… weiter durch das wunderschöne Naturschutzgebiet der alten Aare, hier floss vor der Juragewässerkorrektion 1875 die Aare durch. Durch Lyss nach Aarberg, leider ist das alte Städtchen ein riesiger Parkplatz, der auch rege von samstäglichen Ausflüglern genutzt wird… leider. Ein Stück weit dem Aare-Hagneck-Kanal entlang bevor wir dann ins Gemüse-Seeland abzweigen und über Kerzers nach Murten kommen, wo wir im Murtensee schwimmen… da nicht so gross und tief schon recht warm… zum Schluss noch nach Faoug ins Bed&Breakfast… feines Nachtessen in der „Werft“ direkt am Murtensee, wo wir dank Absage noch zwei Plätze bekommen haben…

Tag 4: Faoug – Yverdon (50km)
Schön frisch, die Luft rein und sauber, Vogelkonzert… geht es dem Murtensee entlang und bei Salavaux steil hinauf nach Bellerive… roter Mohn in den Weizenfeldern… bald sehen wir den Lac de Neuchatel und fahren runter und mehr oder weniger dem See entlang nach Estavayer-le-Lac… jetzt fängt das wieder an mit diesen Namen „…-le-lac“, „…-les-bains“. Wobei gibt es ja auch bei uns, s.oben „…a.d.A.“ oder „…a.A.“, fasst noch schlimmer mit diesen Abkürzungen. Nach Frühstück am See und Kaffee im Zeltplatz weiter nach Yverdon-les-Bains. Sonntag, alle geniessen das erste Sommerwochenende. Es bleibt noch genügend Zeit für ein Bad im Neuenburgersee, dem grössten See der Schweiz und deshalb auch noch einiges kühler als der Murtensee… aber mann badet. Dann ist es soweit: auf zum Bahnhof wo Sibylle in den Zug nach Zürich steigt. Ab jetzt geht’s alleine weiter. Rolle zum Zeltplatz und stelle in Ruhe mein Zelt auf…

Fotos…

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