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Jons – Cruas / Tage 12 – 15

Jons – Cruas / Tage 12 – 15

10. – 13. Juni 2019

Tag 12: 10. Juni 2019 / Jons – Lyon 30 km
Lyon – Vienne mit dem Zug (ca. 34km = 19 min.  😉)

Als ich aufwache regnet es immer noch. Hört auf… jetzt schnell raus und fahren… hmmm, nein, wer weiss vielleicht fängt’s dann genau wieder an. Nein, wenn schon Luxus, dann nehme ich auch das Frühstück hier. Nach Lyon ist es nicht weit und ich werde ja den Zug nach Vienne nehmen, da die Fahrt aus Lyon überhaupt nicht schön, ja sogar fast schwierig sein soll. Züge ca. alle Stunde… ca., da Frankreich ja keinen so schönen Taktfahrplan hat wie wir in der Schweiz haben 😉. Und prompt, genau als ich starten will fängt es natürlich wieder an zu regnen, die ganze Zeit während des Frühstücks hatte es nicht geregnet. Aber trotzdem… meine Regenklamotten hab ich ja an… also los… übrigens fängt der Weg an in dem ich ca. 3 lange Treppen runter muss, Gepäck also wieder abmontieren und runtertragen, dann das Velo hinterher… fahre ich los. Wieder der Rhôhne nach… durch Wald… über Dämme… und es „schiffed was abemag“. Bald schon kommen die ersten Vororte von Lyon in Sicht, der Weg führt jedoch durch Pärke, ein Park nach dem anderen bis kurz vor Lyon. Alles leer… wäre schönes Wetter, würden sich hier wohl die Lyoneser zu Hauf vergnügen und die weiten Wiesen bevölkern, in den vielen Seen baden. Dann geht’s doch kurze der Autobahn entlang… aber dann bin ich schon mitten in der Stadt. War wirklich easy, diese Einfahrt in diese doch 2. grösste Stand Frankreichs (Einwohner 515’000, inkl. Agglo 2.3 Mio). Jetzt hier in der Stadt sind ein paar mehr Leute unterwegs, Jogger, „Hündeler“ und einfach trotz Wetter Spaziergänger. Ich fahre direkt zum Bahnhof Part-Dieu… ist super ausgeschieldert und so kein Problem. Buuahh endlich im Trocknen… die klatschnasse Jacke aus, hat aber mehr oder weniger gehalten und eine trockene Jacke überziehen – ahhh!!! angenehm. Schaue auf’s Handy: 12:20 wär der nächste Zug, jetzt 11:50… löse ein Ticket über’s  Handy (das ist schon megapraktisch) und auf zum Bahnsteig. Der Bahnhof Part-Dieu immer rammelvoll, habe ihn, selbst morgens um 6 noch nie ohne viele Leute erlebt. Der Zug etwas voll… aber sind nur 19 Minuten, die ich einfach mit Velo im Eingangsbereich stehenbleibe. Dann Vienne, immer das Selbe, kommt niemals an einem Sonntagnachmittag – und dann noch einem verregneten – in einer französischen Stadt an. Ist menschenleer und trostlos… aber ich schreibe Olivier, dem Vermieter meiner Airbnb-Wohnung… in 10 Minuten sei er dort. Die Wohnung mitten in der Altstand in einem uralten Haus. Olivier tatsächlich dort, klappt immer super mit Airbnb, habe noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Das Treppenhaus wie in einer Burg… aber die 2-Zimmerwohnung super! Alles was es braucht. Ich dusche mal und rekle mich den Pfingstmontagnachmittag einfach im Bett rum… 😀 tut gut zu wissen morgen noch einen ganzen Tag am selben Ort vor mir zu haben, gibt nicht’s zu planen oder zu studieren. Ja, mannfrau soll das nicht unterschätzen, jeden Tag muss ich sonst für morgen ein bischen planen, wohin, was hat es wohl dort… ect. ect. – also ich kann einfach rumlümmeln! Um 6 gehe ich raus… es regnet immer noch… beim Bahnhof finde ich einige offene Bars und Brasserien/Restaurant… aber Alles ein bisschen trostlos… esse bei einem Italiener Lasagne, die wirklich gut ist.

Tag 13: 11. Juni 2019 / Pause in Vienne
Wache auf und kann einfach liegenbleiben, was ich sehr geniesse. Gegen 9 stehe ich doch langsam auf… schlendere durch Vienne, kaufe mir einen Saft, ein Croissant, Pain au Chocolat und Früchte für die Gesundheit. Wetter nicht super, aber es regnet wenigstens nicht in Strömen sonder es „tröpfelt“ nur. Heute lebt das Städtchen, die Läden sind alle geöffnet und Menschen sind in den Gassen, Schüler gehen zur Schule, gleich bei mir um die Ecke hat es eine Grundstufe. Entdecke einen Velohändler – hier könnte ich einen Helm kaufen… irgendwie habe ich das Gefühl, dass es jetzt Zeit für einen Helm ist… kaufe aber noch keinen. Dann zurück in meine „Wohnung“ um zu Frühstücken. Dann reckle ich mich einfach rum… schreibe die vorhergehenden Zeilen und lade die Fotos hoch. Quäle mich mit dem Entscheid ob ich nun bei Sarras Richtung Annonay und weiter nach Bourg-Argental abbiegen soll, also wie geplant ins Massif Central. Irgendwie tu ich mich schwer damit. Es ist so schön bequem markierten Wegen zu folgen… es gibt dabei noch genug zu entscheiden… aber ich kann den Markierungen folgen und meinen Gedanken nachhängen und muss nicht ständig auf die Karte schauen… überlege hin und her… komme aber zu keinem Entschluss. Schliesslich mach ich ein Mittagschläfchens 😀… Den ganzen Tag regnet es immer wieder mal.. war ein guter Entscheid einfach mal Pause machen. Apéro-Zeit… Bierzeit. Ja! Und kaufe mir doch tatsächlich einen Helm! Abendessen auch zu „Hause“, Linsensalat vom Carefoure City, 2 kleine Käse vom Käsehänder (feiiiiin!!! 🤪)… und dabei, ja was wohl… schaue mir doch tatsächlich SRF SchweizAktuell und die Nachrichten an… danach auch noch den Dienstagskrimi… ganz „wie dihei“ 😏…

Tag 14: 12 Juni 2019 / Vienne – Tournon-sur-Rhône (73 km)
Aufwachen… der Himmel durch das Dachfenster scheint blau zu sein… aufstehen. Packe meine Sachen, etwas mehr als 7, aber nicht viel mehr. Trage meine Velotaschen die Burgtreppen hinunter, packe das Velo, werfe den Schlüssel in den Briefkasten und rolle langsam durch die frühen ( = 8 Uhr) Gassen. Die Schüler auch schon unterwegs und der Arbeitsverkehr rollt schon gewaltig. Helm ist angezogen 😉, fühlt sich irgendwie richtig an. Kaufe mir nochmals so einen Linsensalat mit Feta im Carefoure City… dann geht’s los. Der Entscheid scheint über Nacht gefallen zu sein… runter an’s Mittelmeer auf markierten Wegen der ViaRhôna… fast, mal sehen wenn es soweit ist, wenn die Abzweigung kommt. Der Morgen frisch, trage meine Jacke und die langen Hosen. Die Wolken hängen noch in den Hügeln, verziehen sich aber und der Himmel immer blauer. In Cadrieu das gewohtne Frühstück. Es rollt einfach gut und schnell auf diesen Wegen… der Rhône entlang. Nach Andance gibt’s den heute morgen gekauften Salat und Entscheidungsgedanken betreffend Massif Cantral… dann rolle ich an der Stelle vorbei… also auf der gegenüberliegenden Flussseite wo die D270 ins Tal Richtung Annonay abzweigt. Und… ich fahre weiter… vorbei… Richtung Tournon-sur-Rhône. Ich glaub es stimmt so… nicht einfach diese Gedankendreherei mit sich selber. Aber es fühlt sich gut an um nicht in meine übliche Ausdrucksweis „nicht schlecht“ zu verfallen. Und es rollt und rollt und es sind schlussendlich 73 km. In Tournon stelle ich mein Zelt auf dem Zeltplatz auf… alles gut. Nette holländische Nachbarn… sehr feines Nachtessen im Restaurant über die Brücke in Tain-l’Hermitage. Wunderbarer „Heimweg“ zurück über die Brücke bei Sonnenuntergang….

Tag 15: 13. Juni 2019 / Tournon-sur-Rhôhne – Cruas (76 km)
Nicht nass das Überzelt heute morgen – erstaunlich – obwohl es nur 9° Grad ist, sagt der pensioniert Fribourger, der schon, wie jedes Jahr, seit 4 Wochen hier ist. Packe mein Zelt zusammen, brauche dafür gut eine Stunde. Wird also doch fast halb 9 bis ich abfahren kann. Und schlussendlich wird es Valence und halb elf bis ich zu meinem Frühstück komme. Hatte ein bisschen Bammel for der Fahrt durch Valence. Aber eben: markierte Wege!… der Weg ist vorbildlich ausgeschildert und führt direkt ins Zentrum, wo ich zu meinem Frühstück komme und auch hier im Carefour City (kann mannfrau easy auf Googlemaps googeln und finden) und dann auch wieder aus dem Zentrum hinaus. Gefällt mir, dieses Valance. Auch hier wieder riesen Park mitten in der Stadt… das haben sie einfach drauf die Franzosen… eine Grosszügigkeit im Städteplanan. Und noch was: Valence liegt ja direkt an der Rhône… aber die Flüsse sind einfach nicht so wichtig… die Autobahn führt direkt der Rhône entlang, also zwischen Fluss und Stadt. Oder sind die Flüsse auch immer Gefahren gewesen, wichtig für das Wasser, aber auch gefährlich wegen Hochwasser. Ein bischen bereue ich heute fast meinen Entschluss… der Weg fast etwas langweilig… elendlang der begradigten Rhone entlang. Alle 10, 20 km gestaut für die Wasserkraft = Elektrizität… natürich immer von der CNR (Compagnie Nataional de la Rhône… die hier allgegenwärtig zu sein scheint. Betreibt auch die grossen Schleusen und hat vermutlich noch bei etlichen anderen Unternehmen die Hand im Spiel. 25% der Elektrizität Frankreichs werden entlang der Rhône produziert, nur mit Wasserkraft… ohne die etlichen Atomkraftwerke entlang des Flusses. Ab La Voulte-sur-Rhône (😅) suche ich ein Mittagsplätzchen und finde einfach nicht was meinen Vorstellungen entspricht – was auch immer das sein mag. Finde dann doch in Le Pouzin eine Art Park an der Rhône, sogar mit Bänklein und Schatten, nicht das Paradies, aber immerhin. Unter den Bäumen im Schatten ist es fast kühl mit dem Wind, der ständig von Süden bläst… muss tatsächlich meine Jacke anziehen. Danach wird der Weg abwechslungsreicher. In Baix würde es sich lohnen genauer hinzuschauen. Wie oft bin ich wohl schon das Rhônetal hinunter- und hinauf gefahren mit dem Zug und öfter gar, früher, mit dem Auto, damals noch mit einem 2CV – ja! tatsächlich 😀. Aber immer meist auf der Autobahn, die es demzufolge also schon seit mindestens 30/35 Jahren gibt. All diese Details, die kleinen Orte, kenn ich nicht. Mal nicht’s besonderes, aber dazwischen wahre Schätze. Schliesslich komme ich nach Cruas, meinem heutigen Etappenziel. Fahre am Zeltplatz vorbei um mir doch noch das Dörfchen anzusehen = ca. weitere 2 km. Auf dem Weg sehe ich am Hang ein Dorf aus Steinhäusern mit zugehöriger Burgruine über Allem thronend. Obwohl müde, zieht es mich doch unweigerlich dorthin… es ist ein mittelalterliches Dörflein, die untere Hälfte noch bewohnt, oben wurde viel renoviert. Es stehen sogar zwei Gites für 4 respektive 10 Personen zur Verfügung, die mannfrau mieten könnte. Mitten in diesen uralten Mauern… alles schön renoviert. Kann es nicht lassen ein paar Fotos zu machen… übrigens blickt mannfrau auch direkt auf das Atomkraftwerk, dass es nämlich in Cruas auch hat, eines von den vielen in Frankreich. Dann geht es zum Zeltplatz, wo ich ausserordentlich freundliche empfangen werde… die Dame spricht ausgezeichnet Deutsch und ist auch stolz drauf. Habe freie Wahl bezüglich Platz, was, die berühmte Qual zur folge hat. Aber mit Hilfe des Kompass des iPhones finde ich einen Platz, an dem Morgensonne scheinen sollte, damit das Zelt schnell trocken ist. Wobei… für morgen früh ab 8 sind Regen und Gewitter vorausgesagt 😏… mal sehen. Zelt aufstellen, duschen… dann gehe ich in’s Restaurant des Zeltplatzes, wiederum freundlich bedient von der deutsch sprechenden Dame. Es ist friedlich, sitze an einem kleinen See… die Abendsonne… das Atomkraftwerk durch die Bäume erkennbar… schöne Musik… 

Fotos folgen… jetzt

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