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21. Juli 2015

Heute wollen wir auf die Insel Ile d’Oléron und haben vor dort einen Tag zu bleiben – es sind ca. 50 km, sollte also gut zu schaffen sein. Wir schlendern vor der Abfahrt noch durch den Markt, der gleich in der nächsten Querstrasse von unserem Hotel ist… ein richtiger Wochenmarkt, nur Lebensmittel: Gemüse, Früchte, Käse, Fleisch, Oliven, Gewürze… mmmm!!! alles was der Gaumen begehrt und einiges mehr. Schöne friedliche Stimmung, ein Saxophonist spielt Jazzohrwürmer… wenn’s nicht echt wäre, wäre es kitschig 😉… noch mehr Essen entdecke ich in der Markthalle, vor allem Meeresgetier und Fleisch werden hier verkauft… aber auch hier gibt’s noch viele andere Esswaren zu entdecken… das Paradies für Feinschmecker.

Schliesslich reissen wir uns los und fahren runter an die Charente. Der Veloweg würde über einen weiten Boden von 22km an einer berühmten Brücke vorbeiführen aber das schenken wir uns und machen aus 22km 10km. Am Fluss werfen wir noch einen Blick auf die Corderie Royale und fahren dann Richtung Süden flussabwärts an einer Festung vorbei, die den Hafen von Rochefort bewachte.

Nach kurzer Zeit kommen wir an die Pont Transbordeur. Die Brückenkonstruktion sieht schon von weitem imposant aus. Als wir dann davor stehen erkennen wir, dass es gar keine normale Brücke ist, sondern eine Art Fähre, eine Schwebefähre. Eine Plattform hängt an Stahlseilen und wird wie eine Schaukel über den Fluss gezogen – noch nie gesehen und gehört. Typische Konstruktion vom beginn des 20. Jahrhunderts als solche gewaltigen Eisenbauten Mode waren und mann die unmöglichsten Dinge konstruierte. Mich faszinieren solche Bauten immer, wie mannfrau an den vielen Fotos sehen kann…

Aber schliesslich geht’s doch weiter… schon nach wenigen Kilometern halten wir in Echillais schon wieder an, ich muss mir eine wunderschöne romanische Kirche anschauen…

Weiter entlang an Wiesen und Feldern (immer noch Weizen) kommen wir bald an den Kanal der die Charante mit der Seudre verbindet, scheint noch intakt zu sein. Immer angenehm und vertraut an einem Kanal entlang zu fahren. Bald geht’s dann einmal mehr durch ein Sumpfgebiet (Marais)… weite weite Landschaft und ein Paradies für Vögel und anderes Getier…

Heute ist es recht heiss und wir sind schon bald recht erschöpft obwohl es noch ein ganzes Stück bis zur Insel ist – auf der Insel müssen wir ja dann auch noch ein paar Kilometer zurücklegen. Ist so wenn mannfrau noch durch Märkte schlendert und sich erst gegen 11 auf den Weg macht…

Müde erreichen wir Bourcefranc-le-Chapus, von hier geht eine ca. 3km lange Brücke auf die Ile d’Oléran. Im Office de Tourisme fragen wir nach einem Schiff, haben wir auf der Karte gesehen, fährt aber erst um ca. 17:00 Uhr wenn das Meer höher ist. Eigentlich sind wir müde, finden aber keinen guten Platz um eine richtige Pause zu machen und so radeln wir Richtung Pont d’Oléron. Vor der Brücke müssen wir auf die Hauptstrasse, eine Blechbüchse nach der anderen – auf der Brücke wird der Velostreifen zu einem schmalen Band… aber es geht und es bläst kaum Wind, nicht wie auf der Pont St.Nazaire. Eine Büchse nach der anderen rauscht an uns vorbei… am unangenehmsten sind die grossen Sattelschlepper, dabei habe ich für die noch am meisten Verständnis. Aber schliesslich haben wir die 3km hinter uns und sind auf der Insel.

Ich hatte erwartet, dass wir auf der Insel von Velowegen empfangen werden – aber weit gefehlt – offenbar kommen keine Velofahrer über die Brücke und so müssen wir uns unseren Weg suchen, weg von dieser grossen Hauptstrasse. Dann entdecken wir so etwas wie Velowege- und Schilder, aber schlecht ausgeschildert… immer wieder führt der Weg über vielbefahrene Strassen oder Strassen entlang… sie nerven uns wirklich hier auf der Insel diese Blechbüchsen… schrecklich… drückt auf unsere Stimmung. Wir hatten uns auf die Insel gefreut und eigentlich erwartet hier auf ein gutes Velowegnetz zu stossen… vielleicht sollte mannfrau sich besser informieren.

Aber schliesslich gelangen wir doch nach La Cotinière. Den Ort haben wir uns ausgesucht weil er zentral etwa in der Mitte der 30km langen Insel liegt und am Meer ist. Auch hier schiebt sich eine Blechbüchse hinter der anderen mitten durch den Ort. Auf dem Office de Tourisme erkundigen wir uns nach freien Hotels, die junge Frau ist zwar hübsch aber irgendwie nicht die Intelligenteste und kann uns auch nicht richtig weiterhelfen. Aber schliesslich finden wir doch noch ein Hotel mit freien Zimmern, das Hotel “Face aux Flots“ – sogar mit Meersicht – nicht ganz günstig aber immerhin. Der Hotellier ist sehr zuvorkommend auch wenn wir vielleicht nicht ganz in sein Gästeschema passen behandelt er uns wirklich sehr zuvorkommend.

Etwas desillousioniert sind wir nun also auf dieser Insel von der wir eigentlich andere Vorstellungen hatten – ist doch immer besser mannfrau macht sich keine Vorstellungen 😉…

Das Abendessen in einem, von unserem Hotellier empfohlenen, Restaurant versöhnt uns dann ein wenig mit der Insel. Das Essen wirklich SEHR gut… Sibylle ist Meeresgetier und ich Muscheln à l’ancienne, mit Knoblauch und Thymian auf dem Feuer geröstet… schmeckt wirklich gut… danach ein kurzer gang entlang dem Meer in der Dämmerung macht dann alles nochmals besser… das Meer bleibt das Meer, die Weite, der Geruch… wenigstens oberflächlich gesehen (mann sollte nicht soviel lesen)…

Fotos, Footooos, Foooooooootos

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