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19. Juli 2015

Nach dem gestrigen eher ruhigen Tag hatten wir abgemacht heute mal richtig früh abzufahren. Und tatsächlich früh um viertel vor sieben haben wir unsere Sachen fertig gepackt – auch wenn mannfrau nur zwei Satteltaschen dabei hat benötigt das Packen immer seine Zeit… bis Alles in der richtigen Tasche am rechten Ort verstaut ist…

Der Himmel bedeckt, aber das kennen wir ja… morgens bedeckt, nachmittags oder spätestens abends strahlend blau. Und kühl ist es heute morgen, ziehen uns beide eine Jacke über. Durch das sonntäglich verschlafene La Faute führt der Weg hinüber – über den Fluss Le Lay – in’s Nachbardorf L’Aiguillon-sur-Mer. Dort ist trotz Sonntag und erst 7 Uhr schon alles für einen Flohmarkt aufgestellt… gibt also noch andere Frühaufsteher. Dem Geruch von frisch gebackenem Brot können wir nicht widerstehen und kaufen uns in der Bäckerei ein noch leicht warmes Pain au Chocolat (ich) und eine knuspriges kleines Baguette mit Körnern (Sibylle)…. mmmm.

Weiter entlang der Mündung des Le Lay und danach durch Wiesen und Weizenfelder. Das Licht so früh am Morgen ist fantastisch!! Der Himmel dunkel aber hoch steht die Sonne noch unterhalb der Wolken… und gibt ein wunderschönes Licht, die meist schon abgeernteten Weizenfelder leuchten golden. Weizen, Weizen und nochmal Weizen… zum Teil liegt der Weizen sogar draussen auf grossen Körnerbergen… keine Angst vor Regen?… was machen die bloss mit soviel Weizen? Exportieren und… vermutlich wird eine ganze Menge an die Tiere verfüttert damit wir zu unserem Fleisch kommen.

Wir kommen gut voran auf den kleinen leeren Nebenstrassen und sind schon bald die ersten 25km bis St-Michel-en-l’Herm gefahren. Ein richtiges verschlafenes, kleines französisches Dorf, etwas im Landesinneren, also nicht interessant für Badetouristen, also keine Touristenläden. Ich liebe diese Dörfer 😉… auch hier hat der Bäcker am Sonntag offen (dafür oft Montags geschlosssen) = Croissant + nochmals ein Pain au Chocolat. In der Bar am Dorfplatz machen wir eine kleine Pause und trinken unseren Café au Lait…

Immer noch recht früh geht es weiter… Marais, Sumpfgebiet, dazwischen Weizenfelder, durchzogen von Kanälen – in einem hunderte von toten Fischen, keine Ahnung was passiert ist, etwas falsches ins Wasser geraten (Dünger?)… oder vielleicht Sauerstoffmangel?… aber es fährt sich schnell durch diese Flache weite weite wunderschöne Landschaft… auf den geteerten Strassen kommen wir ohne Anstrengung auf 20-25 km/h… und irgendwie animiert die Weite…

Vor Marans erreichen wir den Fluss La Sèvre Niortaise, wo ein kompliziertes System von Kanälen zusammenkommt – die Kanäle und Regulierungssysteme, zum Teil verfallen, zum Teil noch in Gebrauch und wieder neu gebaut um den Wasserstand in den Kanälen zu regulieren für die Bewässerung… und auch um die Flut und Ebbe zu steuern, die sich hier wieder bemerkbar machen, denn wir sind wieder in der Nähe des Meeres, respektive einer flachen Meeresbucht „Anse de L’Aiguillon“ – auch ein Naturschutzgebiet.

Marans lassen wir links liegen und fahren weiter… nun geht es entlang dem Canal de Marans à La Rochelle… es „heimelet“ mich an einem Kanal entlang zu fahren 😉… wunderschön grün… gegen Mittag haben wir schon 60km zurückgelegt und wir finden, dass wir eine Pause verdient haben… ausserdem sind’s nur noch etwa 15km bis La Rochelle… ja! heute legen wir eine anständige Strecke zurück, aber es läuft auch wirklich rund… und früh aufstehen lohnt sich einfach! Also legen wir uns am Kanal in die Wiese, essen etwas Käse und Brot und schlafen ein Stündchen.

Danach die letzten 15km bis La Rochelle. Der Kanal trocknet aus und vor La Rochelle sind wir so hoch, dass der Kanal in einen tiefen tiefen Graben gelegt werden musste an dessen Rand wir entlang fahren – wenn mannfrau sich das vorstellt, von Hand gegraben, ein mehrere Kilometer langer 20m Graben!!

La Rochelle am Sonntag… wunderschönes Wetter, der Himmel inzwischen strahlen blau, durchsetzt mit weissen Wölkchen… viele Menschen flanieren um das Hafenbecken… Hotel finden wir ohne Office de Tourisme… wir leisten uns eine Hotel direkt am Hafen mit einem Zimmer mit “Vue sur Port“ und sogar einem kleinen Balkon… Euro 110… aber geteilt durch zwei liegt das doch drin…

Nach einer kurzen Pause mit Dusche schlendern auch wir am Hafenbecken entlang… schauen den Strassenkünstlern zu… genehmigen uns einen Apéro – richtig Ferien wie Gott in Frankreich… danach in den Altstadtgässchen ein feines z’Nacht… müde gehen wir aber schon bald in’s Bett und hören noch lange das Nachtleben von La Rochelle (der Nachteil von einem Zimmer mit „Vue sur Port“ 😉).

Fotos….

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