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12. Juli 2015

Vor zwei Jahren habe ich mich fast zur gleichen Zeit (war am 10. Juli) aufgemacht nach Besançon um meine Vetotour an den Atlantik zu starten. Und jetzt bin ich wieder auf dem Weg mit dem Velo, wieder nach Frankreich, wieso was Neues, schliesslich hat’s mir doch soooo gefallen… oder „was der Bauer kennt…“ 😉 Klar gäbe es da noch vieles Anderes, Holland, die Norddeutsche Seenplatte oder wie das heisst, Berlin-Kopenhagen ect. ect. … aber Frankreich hat’s mir im Moment einfach angetan. Von St. Nazaire nach Bayonne soll’s gehen… mal sehen… dieses Mal ist’s umgekehrt: Sibylle ist die ersten zwei Wochen dabei und fliegt dann von Bordeaux nach Basel.

Wir machen uns also am Sonntag am späten Nachmittag auf den Weg oder besser die Schiene… gab keine andere für Velo verfügbare Verbindung. Pro TGV hat es genau 4 Veloplätze, wenn diese ausgebucht sind ist finito (Ausnahme: Fahrrad auseinandernehmen, einpacken und als Gepäck mitnehmen… mühsam!!) – und eigentlich ist’s so gar nicht übel, unterbricht die lange Fahrt, die sonst doch einen ganzen Tag in Anspruch nehmen würde. So fahren wir heute 17:27 ab Zürich nach Paris, übernachten dort und fahren am Montag nach St. Nazaire. Romantisch eine Nacht in Paris. Wetteraussichten super (auch für die Schweiz!!), ist richtig schön warm als wir abfahren. Die Fahrradabteile sind immer im Wagen 11 (bei Einzelkompositionen), hinter der ersten Klasse hat es noch ein kleines 4 x 4-er Abteil, wovon ein 4-er-Abteil für die Velos reserviert ist… in Zürich nur wir zwei mit Velo eingestiegen und so bleibt es auch… der TGV-Lyra „tuckelt“ durch das Schweizerland über Olten nach Basel, schön gemütlich… in Basel steigen zwei nervende Herren ein, die aber den Zug glücklicherweise in Mulhouse schon wieder aussteigen… übrigens von Basel nach Mulhouse geht’s schon rascher voran. Ab Mulhouse haben wir das ganze Vetoabteil für uns – auch in Dijon steigt niemand mehr ein. Ab Dijon geht’s dann richtig los. Mannfrau hört die Maschine langsam aber sicher aufheulen (direkt hinter uns), die Geschwindigkeit drückt einen richtig in die Sitze…  mit 300km/h (etwa… weiss nicht genau wie schnell) geht’s durch die französische Provinz… Weizen, Mais, Weizen, Wälder, Wiesen, Weizen, Weizen… dazwischen kleine Dörfer sausen an den kleinen TGV-Fensterchen vorbei respektive wir rasen durch die Landschaft. In den kleinen Abteilen spürt mannfrau die Geschwindigkeit schon, es ruckelt ganz schön… natürlich ruhig.. aber trotzdem zu spüren. Wunder der Technik, dass das Material das aushält… kann mich an keine Schreckensnachrichten von verunfallten TGVs erinnern… würde ganz schön krachen und durch die Gegend fliegen. Zwischen Dijon und Paris ist wirklich nur Landschaft… ca. 20 Minuten vor Paris tauchen dann öfter Dörfer auf die schnell zusammenwachsen und schliesslich zu einem ständig vorbeiziehenden Häuser-und-Fabriken-Meer werden. Nach 4 Stunden 10 Minuten fahren wir in den Gare de Lyon ein. Seit mannfrau mit dem TGV von der Schweiz nach Paris fahren kann kommt mannfrau am Gare de Lyon an. Was waren das noch für Zeiten als mannfrau mit dem Nachtzug nach Paris fuhr… 21:30 oder so von Zürich nach Basel, dort stand der Wagen rum und wurde an einen anderen Zug gehängt, dauerte sicherlich eine Stunde… dann wurde der Zug von brummenden, kräftigen Dieselloks durch die französischen Nacht gezogen… hielt von Zeit zu Zeit an einem Bahnhof, mitten in der Nacht, kaltes Neonlicht auf den menschenleeren Bahnsteigen wenn mann vom Couchette aus durch das Fenster sah… so ganz tief schlief ich eigentlich nie… morgens um 6 oder so kam mannfrau dann an am Gare du Nord oder war es Gare de l’Est (ich weiss es schon nicht mehr) verschlafen und übernächtigt an. Gibt es nicht mehr!! Nur noch Erinnerung für langsam älter werdende Eisenbahnliebhaber (oder wie Endo Anaconda sie nennt: Ferrosexuelle). Heute vier Stunden…

Noch hell, Sibylle hat das Ganze schon mal gemacht – vor zwei Jahren – kennt sich aus und schwingt sich auf’s Fahrrad… komme kaum nach… habe ein Hotel gebucht ganz in der Nähe vom Gare de Montparnasse, wo’s morgen weitergeht. Also müssen wir über die Seine und dann hoch zum Montparnasse. Sibylle fährt zielstrebig über die Brücke und dann an die Seine. Paris hat inzwischen wirklich auch viele Vetostreifen und Velospuren und es ist gar nicht so schlimm wie mannfrau es sich vielleicht vorstellt mit dem Fahrrad durch Paris zu radeln – ausserdem ist ein sommerlicher, warmer Sonntagabend – ist nicht viel los auf den Strassen… langsam dämmert es während wir am Seineufer entlangfahren. Viele Menschen… Musik… Strassenmusiker, der Samba scheint zur Zeit gross in Mode… immer wieder kommen wir an ganzen Gruppen die einfach so zu Sambamusik tanzen… schöne, friedliche Stimmung… aber uns treibt es weiter, es wir dunkel… die beleuchteten Touristenschiffe auf der Seine, die angestrahlte Notre Dame… wie auf der Postkarte…

Wir verlassen das Seine Ufer und biegen links ab… erwischen nach den ersten links rechts links Abbiegern schliesslich die Rue St. Jacques. Vor vielen vielen Jahrhunderten gingen hier die Pilger nach Santiago die Compostela durch. Es zieht sich doch noch, Karte und Erinnerung täuschen, ist doch noch ein rechtes Stück bis wir endlich auf den Boulevard du Montparnasse stossen in den wir rechts einbiegen und dann nochmals ein ganzes Stück folgen bis schliesslich der Tour Montparnasse auftaucht, unverkennbar, neben dem Bahnhof. Unser Hotel liegt in der Nebenstrasse Rue d’Odessa… so müssen wir morgen gar nicht weit…. Hotel Timhotel Odessa gehört zu einer kleineren Kette… da 23:00 Uhr, ist schon der Nachtportier am Empfang… ich hatte geschrieben, dass wir erst spät kämen und Velos dabei haben… Velo? Kein Problem… durch den Empfang in den kleinen Hinterhof (auch für Raucher)…

Zimmer beziehen und doch noch mal schnell raus auf den Platz wo die Rue de Rennes vom Boulevard Saint-Germain hochkommt, ein Schlummertrunk in der Brasserie, draussen an den typischen Bistrotischen, ein Wein, ein Bier 1664… Pariser Luft einatmen… angenehm warm, leicht nach Abgasen riechend… Paris!!! 😀

Bilder folgen sobald technische Probleme gelöst… ;-)

Probleme gelöst – Bilder

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