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Fin…

Donnerstag, 8. August 2013:

Am Donnerstag zieht es uns weiter… fast ist ein wenig zur Sucht geworden, dieses Velofahren, das Weiterziehen… in Beauvoir-sur-Mer haben wir ein Chambre d’Hôtes gefunden und reserviert… es geht der Küste entlang Richtung Süden… Markt in La Bernerie-en-Retz… das Land topfeben, der Loire entlang dachte ich das Land sei flach, aber gegen diese Küstengegend war das Loiretal bergig ;-)… durchzogen von vielen Kanälen, die das Land trockenlegen… die Gegend heisst “Marais Breton”, bretonischer Sumpf…

Port-du-Bec, der Hafen von Beauvoir-sur-Mer, diesmal ein “richtiger” Fischerhafen, die Fischer holen gerade ihre flachen Boote ans Land mit denen sie noch jeweils lange nachdem die Ebbe beginnt das Meer befahren und Muscheln fangen können. Das Chambre d’Hôtes in Ordnung, sogar mit Swimming-Pool… die Gastgeber auch in Ordnung. Wir entscheiden uns bis Sonntag hier zu bleiben, um von Beauvoir aus am Freitag und Samstag noch zwei Ausflüge zu unternehmen… am Sonntag nach Challans, etwas im Landesinnern, zu fahren um von dort am Montagmorgen den Zug nach Nantes zu nehmen.

Freitag, 9. August 2013:

Die Wettervoraussagen für Freitagmorgen haben Regen vorhergesagt… obwohl die Gastgeberin versichert es werde heute nicht regnen, tröpfelt es ganz leicht, als wir Richtung Île de Noirmoutier abfahren wollen… wir packen den Regenschutz ein und fahren zur “Passage du Gois”. Die Île de Noirmoutier, heute verbunden mit dem Kontinent (wie sie hier so schön sagen) durch eine hohe Bogenbrücke, früher jedoch nur zugänglich per Schiff oder während der Ebbe über diese Passage du Gois: eine Strasse, die nur bei Ebbe befahrbar ist. Der Tiefststand der Ebbe ist heute für 13:21 angesagt… wir sind gegen halb elf an der Küste… es wartet schon eine ganze Schlange von Blechbüchsen darauf, dass die Strasse befahrbar wird… sie schieben sich Meter für Meter vorwärts und warten dann wieder mit zum Teil laufenden Motoren, dass sich das Meer weiter zurückzieht… welches Vergnügen muss es sein in diesen Blechbüchsen zu sitzen… zum Teil noch bei geschlossenen Fenstern… aber jedem das Seine. Wir hingegen lassen es unseren Sinnen nicht entgehen, dieses Erlebnis zu erfahren. An der Blechbüchsenschlange vorbei fahren wir an deren Spitze, wo das Meer die Strasse noch bedeckt und schauen zu wie Meter für Meter der Strasse erscheint. Es ist erstaunlich mit welcher Geschwindigkeit sich das Meer zurückzieht… Millionen von Litern von Wasser, die sich über 6 Stunden zurückziehen… Der Himmel ist immer noch bedeckt und es regnet leicht, der Wind bläst und es riecht stark nach Meer… das Salz in der Luft ist zu spüren… stehe mit meinem Velo ein paar Zentimeter im Wasser… die Füsse mit den Sandalen im warmen Salzwasser, das gurgelnd abfliesst… schliesslich ist die ganze Strasse frei, nur noch stellenweise mit wenigen Zentimetern Wasser bedeckt… so dass wir an der Spitze der Schlange schliesslich die Überfahrt wagen… bald kommt uns der Gegenverkehr entgegen….

Auf der Insel angelangt fahren wir Richtung Noirmoutier-en-l’île, an der Spitze der langgezogenen Insel, etwa 10,12 km. Wir setzen uns schon bald auf ein Mäuerchen und betrachten das Wattenmeer, inzwischen ganz frei von Wasser, ist jedesmal ein erstaunliches Erlebnis. Eine schwarze Wolkenwand treibt auf uns zu… ich sage noch “ou ou da chunt aber öppis”… Sibylle nimmt das nicht so ernst… aber dann plötzlich frischt der Wind auf und es beginnt zu regnen wie wenn Kübel ausgeleert werden… bis ich meinen Regenschutz hervorgeholt und angezogen habe, bei dem starken Wind gar nicht so einfach, bin ich schon vollständig durchnässt… nass bis auf die Unterhose… weit und breit kein Unterstand! Wir fahren Richtung Barbâtre, dem nächsten Dorf… erreichen es in 10 Minuten und als wir dort ankommen, hat es bereits aufgehört zu regnen und ist schon wieder blauer Himmel zu sehen… aber wir sind “pflotschnass”, na ja wenigstens einmal in 5 Wochen verregnet worden ;-)…

Wir beschliessen umzukehren… meine Kleidung ist schon fast wieder trocken durch den Wind, in der Beziehung sind diese Sportkleider wirklich unheimlich praktisch! Sibylle hatte Jeans an, die trocknen nicht so schnell… sie friert… als wir wieder in Port du Bec sind scheint die Sonne von einem fast wolkenlosen blauen Himmel und es ist wieder schön warm. Trotzdem fahren wir zurück und geniessen den Rest des Nachmittags einfach mit Nichtstun.

Samstag, 10. August 2013:

Wir haben uns für einen Besuch einer weiteren Insel, der Île d’Yeu, entschlossen. Gestern Abend konnten wir im Office de Tourisme in Beauvoir grade noch zwei der letzten Billette für das Schnellschiff um 10:30 ergattern. Das Schiff legt in Port Fromentine ab. Das Gebiet zwischen Beauvoir und Fromentine ist mit dutzenden von Kanälen durchzogen und es gibt keinen anderen Weg als die Hauptstrasse zu fahren, wo die Blechbüchsen mit 80-100km an einem vorbeirasen… ist etwas unangenehm. In Fromentine können wir vor dem Embarquement noch kurz durch den Markt streifen. Das Einschiffen ist wie in einem Flughafen… Massenabfertigung… die Billette werden gescannt… auf dem Schiff kann nur drinnen gesessen werden… es fährt zu schnell, es wär zu kühl und windig draussen… Bestuhlung wie in einem Airbus… keine romantische Überfahrt… dafür schnell, in 30 Minuten schafft das Schiff die 30km auf die Insel.. inklusive Ablegen und Anlegen…

In Port Joinville, dem Ankunftshafen, unheimlich viele Menschen… Île d’Yeu ist eine Sommerferieninsel… damit wir etwas beweglich sind… ja was wohl??!!.. mieten wir uns ein Velo bei einem der vielen Velovermieter ;-) … und erkundschaften die Insel… fahren Richtung Süden… schnell haben wir die vielen Touristen hinter uns gelassen… und es wird richtig schön… nicht ganz einsam, schliesslich ist absolute Hochsaison… aber doch sehr erträglich… auf der dem Kontinent zugewandten Inselseite Pinienwälder und lange Sandstrände… wir geniessen die Mittagsstunden in der Sonne, durch den Wind ist es auch für mich in der Sonne durchaus erträglich… fahren dann durch die zwei kleinen Dörflein auf die Westseite… hier nur “Maccia”, da der Wind oft zu stark bläst für hohe Bäume… die Küste felsig mit einigen kleinen Sandstränden dazwischen… ein richtiger Ferientag… um 18:45 fahren wir mit dem letzten Schiff wieder auf den Kontinent und mit unseren Velos (obwohl den ganzen Tag unbeaufsichtigt am Hafen, natürlich abgeschlossen, sind sie immer noch da) die 10 Kilometer auf der Blechbüchsenraserstrasse zurück nach Beauvoir… Sibylle hat sich gestern eine ausgewachsene Erkältung in der 10 Minuten Schauer eingefangen… ist sehr müde und geht nach den Crêpes direkt ins Bett… ich setz mich noch für einen Kaffee und ein Bier in die Bar an den Dorfplatz und geniesse einen der letzten Abende meiner Reise durch Frankreich…

Sonntag, 11. August 2013

Wir fahren langsam, es sind nur 25 km, Richtung Challans… durch Felder und kleine Dörfer… hatte gestern noch ein Hotelzimmer reserviert, das Hotel eigentlich geschlossen, aber mit der Besitzern vereinbart, dass wir um 17:00 Uhr beim Hotel sein werden, ich sie dann anrufe und sie uns ins Hotel lässt… da wir viel zu früh in Challans ankommen legen wir uns den Nachmittag in den Stadtpark…

Am Abend suchen wir lange vergebens eine offene Bar, typisch französisch hat am Sonntagabend einfach alles, aber wirklich alles geschlossen, dabei ist der Ort nicht klein, etwa so gross wie Uster… keine Bar, kein Tabac hat offen… Schliesslich finden wir dann beim Bahnhof doch noch eine offene Bar, wo wir einen Apéritif bekommen. Ein offenes Restaurant hatten wir in weiser Voraussicht schon am Nachmittag bei der Fahrt in den Stadtpark bei den Einkaufszentren gesichtet…

Montag, 12. August 2013

Um halb zehn fährt der Regionalzug nach Nantes… absolut gut zu Reisen in Frankreich mit Velos, in den Regionalzügen übrigens gratis. In Nantes haben wir schnell ein Hotel gefunden, vis-a-vis vom Bahnhof… schliesslich fährt unser Zug morgen um 6:30 nach Paris… dann schauen wir uns dieses Nantes an, das hält, was es bei der Durchfahrt vor einer Woche versprochen hat… eine wirklich schöne Stadt, in der es viel zu sehen gibt… eine grüne Linie auf die Strassenböden gemalt, führt kreuz und quer durch die verschiedenen Quartiere von Nantes führt… mannfrau kann zu Fuss oder wie wir mit den Velos dieser Linie folgen und werden zu allen Sehenswürdigkeiten durch ganz Nantes geführt… eine wirklich gute Idee!!! Auf der Île de Nantes, wo früher, um 1900 Schwerindustrie angesiedelt war, Schiffe gebaut wurden, ein Museum mit allerlei Maschinen, wie sie um 1900 im Vollrausch der Industrialisierung gebaut wurden… keine Elektronik, alles aus Stahl und Eisen… wir besuchen das Museum nicht, sind aber fasziniert von einem riesigen haushohen Elefanten, der sich wirklich bewegt, die Besucher des Museum auf dem grossen Areal herum”fährt”… bewegt durch einen Dieselmotor und die Gelenke der Beine und des Rüssel pneumatisch…

Zusammen mit dem Atlantik ist Nantes durchaus eine Reise wert!

Dienstag, 13. August 2013

Um 6:30 fährt unser TGV nach Paris… funktioniert super mit den Velos, die meisten TGV’s haben ein Veloabteil mit Platz für vier Velos pro TGV-Komposition, nicht viel aber immerhin… hier muss selbstverständlich reserviert werden (hatten wir schon von Zürich aus, bevor ich meine Reise antrat)… schon um 8:57 sind wir in Paris, Gare de Montparnasse… die Weiterfahrt nach Zürich erst um 16:27 vom Gare de Lyon aus… vorher hatte es keinen Platz mehr für Velos. So schlagen wir uns die 7 Stunden in Paris um die Ohren… Sibylle ist immer noch etwas angeschlagen von der Erkältung… mit dem Velo lässt sich auch Paris gut entdecken!… natürlich viele Blechbüchsen… aber das erwartet mannfrau ja auch… wir versuchen der Seine ein wenig zu folgen es hat jedoch wirklich unheimlich viele Scherben… fällt mannfrau mit dem Velo besonders auf!

Dann 16:27 pünktlich Abfahrt mit dem TGVLyra nach Zürich… 20:30 Ankunft Zürich HB… in einem Tag zurück wofür ich 4 Wochen gebraucht habe und viel Zeit hatte!!

et comme toujours… les photos

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