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Doch keine Pause…

Erwache um 6:48, schon bald befrage ich mein Wetterorakel MeteoFrance auf dem iPhone. Heute morgen noch schön, dann gegen Abend schwere Gewitter “Vigilance” steht jeweils dabei… achtgeben!.. und Freitagmorgen noch Regen…

Ich entschliesse mich den Tag Pause in Orléans zu streichen und doch heute morgen weiterzufahren, solange es noch schön ist. Kathedrale und Markt… jä nu… flexibel ist der Mann, auch in erweitertem Alter noch… kann ja auch morgen einen Tag Pause machen, oder Samstag… oder einfach in 25/30 km Etappen nach Tours trödeln… ei ist das schön so frei zu sein und soviel Zeit zu haben ;-)…

Studiere die Karte.. bis Meung sind es 15 km, bis Beaugency nochmals 10, keine Gewaltsetappen aber meinem Zwischenziel Tours langsam näher kommend…

Beat ist noch nicht aufnahmefähig, so lese ich noch eine Weile in “Der Idiot”. Das war ja vielleicht eine andere Welt zu Dostojewskijs Zeiten…

Als Beat dann soweit ist, informiere ich ihn über meine Pläne, ja so ist das eben mit diesen Velofahrern, müssen sich ein wenig mehr nach der Natur richten als diese sich mit Hilfe von Pferdestärken bewegenden Mitmenschen in ihren Blechbüchsen. Er kann sich ja trotzdem alles Geplante ansehen und mir dann beim Abendessen erzählen.

Nach gemeinsamem Frühstück fahre ich also ab… wieder an den Quai runter… dort komme ich noch an einer Michelin-Reifen Werkstatt vorbei und lass mir meine Pneu’s ein wenig pumpen… an den Tankstellen hab ich irgendwie noch nie Luft gefunden, schon in Châllon war ich einer Michelin-Reifen Werkstatt. Sie lassen mich nie selber ran sind aber immer sehr freundlich, eilen sofort mit der Luft herbei wenn ich komme… der junge Monteur zwinkert mir zum Abschied freundschaftlich zu “alors, bonne route!”.

Danach über den Pont de l’Europe… mal eine moderne Brücke, die mich beeindruckt, hat zwar keinen Charme, aber die Architektur beeindruckt mich. Hat sich immerhin einer was einfallen lassen.

Dann weiter durch die sehr gepflegten Vororte von Orléans und bald wieder auf dem Damm der Loire entlang, wie auch sonst. Unterwegs überfahr ich beinahe Madame oder Monsieur Chenille. Gerne lässt sie/er sich sicher über den Veloweg begleiten und posiert dabei für einige Fotos.

Vor Meung ist das gegnüberliegende Loireufer gesäumt von grossen herrschaftlichen Villen. Das wären also vermutlich diejenigen, die Monsieur Hollande mit erhöhten Steuern beglücken will. Aber sie tun natürlich mit ihrer medialen Macht alles dafür, dass er damit nicht durchkommt. So sind sie, haben zwar irgendwann mal ihren König und die Königin geköpft aber irgendwie suchen sie ihn doch wieder, ihren Roi, diese Franzosen. Viele trauern dann doch dem kleinen Sarkozy nach, der mit seiner Königin Bruni nach dem Motto “l’état c’est moi” regierte… na ja, jedem was er will….

Meung, eine Kirche, ein Schloss aber sonst recht verschlafen. Aber eine Badi hat’s… schon wieder, aber immer noch selten. Jo hat mich gestern darauf aufmerksam gemacht, dass es viel Geld kostet eine solche Badi zu unterhalten und das fehlt vermutlich vielen Orten. Hier um das reiche Orléans ist es offenbar vorhanden, nach dem Motto: Gebt dem Volk Brot und Spiele …. Wie ist das bei uns? Solange wir uns in diesen wohlgepflegten Badis bräunen lassen können, sehen und gesehen werden können kommen wir auf keine anderen Gedanken? na ja….

Nach Meung weiter wie gewohnt… das heisst es bläst heute ein starker Westwind und ich muss ein wenig kämpfen, komme nicht ganz auf die gewohnte Geschwindigkeit. Man hat mir schon erzählt von diesen Westwinden, ähnlich dem Mistral in Südfrankreich können sie einem das Velofahren verleiden. Hoffen wir mal, das es nur vorübergehend ist.

Beaugency, ein kleines mittelalterliches Städtchen. Die Gassen liebevoll herausgeputzt. Ein Platz mit einer Brasserie und einige kleine Restaurants und Hotels… also alles andere wie Apotheke, Metzger, Optiker und Bäcker sind selbstverständlich auch vorhanden… es lebt, das ist wichtig. Ein Hotel ist schnell gefunden. Hotel la Licorne, mit Pub, dass von 16:00 bis 1:00 Uhr geöffnet hat… damit was läuft und den Erwartungen entspricht…

Nach 35 km bin ich nicht müde, dusche, packe meinen Rucksack und durchstreife das Städtchen, setz mich mit meinem iPad in die Brasserie und schreibe an meinem Tagebuch. Wer meine Einträge verfolgt merkt, dass ich nicht immer ganz á jours bin. Mit schreiben bin ich gar nicht schlecht, mach ich mit Evernote und kann ich überall und jederzeit, aber der Upload vor allem der Bilder braucht Zeit und vor allem einen ftp-Zugang, der nicht immer vorhanden, deshalb das verzögerte Erscheinen.

Gegen vier trifft dann Beat ein, erzählt mir was ich verpasst habe, vor allem die Kathedrale war beeindruckend, was ich mir gut vorstellen kann, aber mann kann nicht alles haben.

Nach Hoteleinweisung, Dusche ect. spazieren wir durchs Städtchen, setzen uns auf eine Bank an die Loire und lesen.

Apéritif und Abendessen in der Brasserie auf dem Platz… nehme doch eine Pizza und sie ist diesmal wirklich gut! Den Pub unseres Hotels lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Bis jetzt ist noch kein bisschen von diesen heftigen Gewittern zu spüren, hören oder sehen. Der Himmel im Westen vielleicht etwas bewölkt… na, warten wir’s ab.

et comme toujours… les photos

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