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Überfordert 😳 …

Überfordert 😳 …

Erwache früh… durch die Balkontür kommt ein leichtes erfrischendes Lüftchen, aber die Luft ist immer noch sehr warm. Heute soll’s also nach Toulouse gehen… die letzten 65 Kilometer. ich will sie nicht mehr unterbrechen, denke, dass schon bald bald die Vorläufer von Toulouse beginnen und das vermutlich nicht so schön wird. Toulouse ist die viertgrösste Stadt Frankreichs, hat rund eine halbe Million Einwohner, also grösser als jede Schweizer Stadt. Einzugsgebiet ca. 1.2 Mio. Menschen.
 
Nehme das Petit Déjeuner bei Madame, um 7… genügt wohl wenn ich so um halb acht abfahre, warm ist es sowieso. Aber der Himmel heute sehr bedeckt… keine Sonne, zwar schwülwarm, aber die Hitze der Sonne fehlt. So fahr ich also wiedermal einfach einfach dem Kanal entlang. Wie bei uns: so früh sind ein paar Jogger und einige Hündeler unterwegs.
 
Vor Montech eine Kuriosität. Weltweit der einzige Aufzug für Schiffe. Gebautferst 1974 (!) um 5 hintereinander liegende Schleusen zu umfahren. Seit 2009 aus Sicherheitsgründen leider nicht mehr in Betrieb.
 
Es weht immer noch ein starker, sehr warmer Gegenwind. Ich glaube ich sollte mir dringend wieder eine Brille zulegen und zwar als Schutz vor Wind und was da so in er Luft rumfliegt wie Insekten, Blütenstaub und sonstiger Staub der vom Wind aufgewirbelt wird. Meine Letzte ist mir ja in Sauveterre zerbrochen – irgendwie. Die ersten 14km bis Montech habe ich schnell geschafft, fahre ein Stück ins Dorf und entdecke eine Apotheke, kurzer Blick durch die weit offen stehende Tür zeigt mir, dass sie Sonnenbrillen haben. Ich suche mir diejenige mit den möglichst hellsten Gläsern aus, ich mag Sonnenbrillen nicht. Meine Velobrillen haben immer einfach nur ein Glas als Schutz, keine Verdunklung, das mag ich nicht. Trotzdem, glaube heute habe ich einen Schutz für die Augen nötig.
 
Noch zu früh für eine Pause fahre ich gleich weiter. Ist besser mit Brille, fühl mich sicherer mit dem Schutz der Gläser vor den Augen. Hab zwar immer das Gefühl der Himmel sei so dunkel aber ein kurzer Blick über den Brillenrand (das kenn ich ja 😉) zeigt mir, dass es zwar bewölkt aber nicht ganz so gewittrig aussieht. Eine weitere knappe Stunde und ich bin schon in Grisolles – habe ein gutes Tempo drauf mit so 15-18 km/h. Hier fahre ich in’s Dorf und möchte eine Pause einlegen – vor allem für den Rücken, geht aber sehr gut. In Grisolles ist Markttag, in der Bar gegenüber der Markthalle hat’s noch ein Tischchen für mich… gönne mir nochmals Café au Lait und das letzte Croissant. Gibt immer wieder diese kleinen Momente, die ich sehr geniesse, einfach an einem Mittwochmorgen, irgendwo in der französischen Pampas sitzen und einfach nicht’s tun als schauen…
 
Kaum hab ich mich zur Weiterfahrt entschlossen fängt es an zu regnen – ziemlich stark. Stelle mich erstmals unter das Dach der Markthalle, hat dort genügend Platz und warte mal ab…. nach etwa 20 Minuten hört’s auf… probier’s mit der Weiterfahrt. Scheint zu halten. Bis Castelnau-D’Estrétefonds ist’s noch sehr grün aber dann beginnt’s, so wie ich dachte… links auf der anderen Seite des Kanals eine breite grosse Nationalstrasse, rechts immer mehr Einfamilienhäuser… wobei dem Kanal entlang ist es immer sehr grün, das macht es wirklich sehr erträglich. Über einige Kilometer fahre ich einem ewiglangen, grossen Güter-Verschiebe-Bahnhof entlang… eigentlich schade wir der von den Bäumen des Kanals verdeckt wird… wäre doch ganz interessant 😉 (vermutlich nur für Ferrosexuelle).
 
Komme Toulouse immer näher, noch 4.5km bis zum Ponts Jumeaux, wo ein paar Kanäle zusammenkommen – hier beginnt dann auch so richtig die Stadt – glaube ich. Aber jetzt plötzlich nichts mehr angeschrieben. Kein Wegweiser, nicht das Velozeichen für den Kanal. Bin ein wenig schockiert… natürlich einfach einfach dem Kanal entlang, aber auf der rechten oder der linken Seite? kommt nicht drauf an… trotzdem. Nun denn, entschliesse mich für die linke Seite, sollte so funktionieren gemäss Karte. Also weiter, links die Verteilzentren von Chronoposte, TNT, FedEx, UPS, DHL, alle sind sie vertreten.
 
Dann der Pont Jumeaux… Strasse, Verkehr… immer noch nichts so klar angeschrieben… bin langsam entsetzt. Es hat zwar einen Veloweg und einfach einfach immer entlang dem Kanal… hmmm aber so klar ist das nicht. Dann entdecke ich eine Bäckerei, gross angeschrieben Sandwich, das kommt wie gerufen nach 60km. Also rein und Sandwich kaufen… zurück am Kanal setze ich mich auf eine Bank und esse erst mal. Hinter mir eine 2-spurige Strasse, auf der anderen Seite des Kanals auch eine 2-spurige-Strasse… bin ein wenig überfordert, dabei komme ich in der Regel ganz gut klar mit Städten. Nach der kurzen Pause weiter…. Richtung Gare Toulouse-Matabiau. Hier ein Riesenpuff, der Bahnhof eigentlich ein sehr schönes Gebäude, aber eben ein Riesenpuff, Taxis, Autos, Roller… (wie schön war das in Bordeaux!!)… weiter gemäss Google Map und der in Uster ausgedruckten Karte sollte ich die Allée Jean Jaurès runter in’s Zentrum. Diese Allee, ein riesige Baustelle, alles umgeleitet, verengt, hat einen Velostreifen, aber der hört immer mal wieder auf… gefällt mir gar nicht. Aber schliesslich schaffe ich es doch zum Place du Président Thomas Wilson und weiter die Rue Lafayette zum Office du Tourisme, wo ich mir einen Stadtplan besorge. Hier weniger Verkehr aber furchtbar viele Menschen… Touristen… dann taste ich mich weiter mit Stadtplan und Google Map bis zum Hotel Croix Baragnan an der Rue Croix Baragnan. Dort – oh Schreck!!! – vor dem Hotel eine Baustelle, Presslufthammer, Bagger… Riesenlärm… die Gasse wäre ganz schön – aber der Lärm 😳… na gut, schliesse das Velo mal ab, lass es um die Ecke stehen. Packe meine Velotaschen und gehe zum Hotel. Eingang, langer dunkler Gang, Reception im ersten Stock… Receptionistin jung und unkompliziert, gibt mir den Schlüssel, ZImmer 206 2. Etage… Velo kann ich unten in den Gang stellen, oder auch da vorne auf die Terrasse, wie ich will…
 
Dann das Zimmer, natürlich voll auf die Rue Croix Baragnan mit Baustelle… 😳, na ja, da kann keiner was dafür und die Infrastruktur muss ja irgendwie erhalten werden. Ich bin aber gar nicht begeistert von diesem Toulouse! Die Altstadt sah schon schön aus… aber sie hat mich nicht empfangen. Dusche erst mal, leg mich auf’s Bett, steh wieder auf schliesse das Fenster und die Läden damit die Sonne nicht so rein scheint… und döse vor mich hin, erhole mich von den 65km und der Einfahrt in diese Stadt.
 
Um 4 hole ich mein Velo und stelle es in den dunklen Gang… geht gut. Dann zu Fuss in’s Quartier. Hohe Häuser, enge Gassen, aber komme an einem ruhigen Plätzchen vorbei: Place Sainte-Scarbes, hier ist es schön, hat auch zwei kleine schöne Restaurants, wovon eines Italienisch/Pizza. Wäre vielleicht was für heute Abend. Streife noch ein wenig umher, nehme ein Bier bevor ich nochmals in’s Hotelzimmer gehe. Ein bisschen näher ist sie mir schon gekommen – die Stadt. Um 8 mache ich mich auf den Weg zu dem kleinen Platz, vor der Pizzeria hat’s noch Platz, Bedienung freundlich… bestelle mir eine Capriciosa… und werde SEHR positiv überrascht… eine der besten Pizza’s die ich je gegessen hab – wirklich! So!, jetzt gefällt mir das schon etwas besser… mal sehen wie’s morgen weitergeht… ob mir die Stadt nicht doch noch mehr zu sagen hat. Schliesslich heisst sie die Rote Stadt (weil viele Häuser auf roten Backsteinziegeln gebaut sind) und hat, was mann so gelesen hat, doch einiges zu bieten.
 

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